EU AI Act · Recht & Regulierung

EU AI Act – Die 4 Risikostufen einfach erklärt

Das weltweit erste umfassende KI-Gesetz ist in Kraft. Was bedeutet das für Unternehmen, Nutzer und KI-Entwickler in Europa?

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Wissen August 2026 ca. 5 Min. Lesezeit

Am 1. August 2024 ist der EU AI Act in Kraft getreten — das erste umfassende Gesetz zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz weltweit. Es gilt für alle, die KI-Systeme in der EU entwickeln, vertreiben oder nutzen. Auch für österreichische und deutsche Betriebe.

Das Herzstück des Gesetzes: ein risikobasierter Ansatz. Nicht jede KI wird gleich streng reguliert — sondern je nach dem Risiko, das sie für Menschen mit sich bringt.

Stufe 1 – Verboten

Inakzeptables Risiko

Diese KI-Systeme sind in der EU komplett verboten.

  • Soziale Punktebewertung (Social Scoring) durch Behörden
  • Unterschwellige Beeinflussung (Manipulation ohne Bewusstsein)
  • Echtzeit-Gesichtserkennung im öffentlichen Raum (fast immer)
  • Emotionserkennung am Arbeitsplatz oder in der Schule
Stufe 2 – Hohes Risiko

Streng reguliert

Erlaubt, aber mit umfangreichen Pflichten: Dokumentation, menschliche Aufsicht, Transparenz.

  • KI in der Personalentscheidung (Bewerbungen, Kündigung)
  • KI in Bildung und Berufsausbildung
  • KI in medizinischen Diagnosen
  • KI in Kreditentscheidungen
Stufe 3 – Begrenzt

Transparenzpflicht

Erlaubt, aber Nutzer müssen wissen, dass sie mit einer KI interagieren.

  • Chatbots (KI muss sich als KI zu erkennen geben)
  • KI-generierte Texte, Bilder, Videos (Kennzeichnung)
  • Deepfakes (nur mit klarer Kennzeichnung)
Stufe 4 – Minimal

Weitgehend frei

Keine besonderen Auflagen. Freiwillige Verhaltenskodizes empfohlen.

  • KI-Filter in Emails (Spam)
  • KI-Empfehlungen in Streaming-Diensten
  • KI-gestützte Suche
  • KI in Spielen
„Der EU AI Act unterscheidet nicht zwischen gutem und schlechtem KI-Einsatz — er unterscheidet zwischen niedrigem und hohem Risiko."

Zeitplan: Was wann gilt

Aug. 2024AI Act in Kraft getreten
Feb. 2025Verbote für inakzeptables Risiko gelten
Aug. 2025Regeln für Allzweck-KI (z. B. GPT-Modelle) gelten
Aug. 2026Regeln für Hochrisiko-KI vollständig in Kraft
Aug. 2027Alle weiteren Anforderungen vollständig umgesetzt

Was Betriebe jetzt tun sollten

  • Inventarisieren: Welche KI-Systeme werden im Betrieb eingesetzt?
  • Einordnen: In welche Risikostufe fallen diese Systeme?
  • Hochrisiko-Systeme: Dokumentationspflichten und Risikobewertung anlegen.
  • Begrenzt-Systeme: Sicherstellen, dass Nutzer über KI-Interaktion informiert werden.
  • Schulen: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über den AI Act informieren.
Hinweis: Dieser Beitrag ist ein allgemeiner Überblick und keine Rechtsberatung. Für betriebsspezifische Fragen empfehle ich die Beratung durch eine Rechtsanwaltskanzlei mit KI-Schwerpunkt.
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Gerald Badegruber
Gerald Badegruber
Zertifizierter KI-Beauftragter · KI-Training & verständliches Wissen
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