Prompting · Praxistipps

Besser promten in 5 Schritten

Warum liefert KI so oft mittelmäßige Antworten? Weil die meisten Fragen zu ungenau sind. Fünf konkrete Schritte, mit denen Ihre Prompts sofort besser werden.

← Zurück zu Aktuelles
Prompting August 2026 ca. 5 Min. Lesezeit

Die meisten Menschen, die zum ersten Mal mit ChatGPT oder Claude arbeiten, sind enttäuscht. Die Antworten klingen allgemein, oberflächlich, manchmal falsch. Das liegt selten an der KI — es liegt an der Anfrage.

KI ist kein Gedankenleser. Sie arbeitet mit dem, was sie bekommt. Wer präzise fragt, bekommt präzise Antworten. Hier sind fünf Schritte, die sofort den Unterschied machen.

„Garbage in, garbage out. Das gilt für KI genauso wie für jeden anderen Computer."
1

Rolle zuweisen

Sagen Sie der KI, wen sie spielen soll. Eine Rolle gibt der KI einen Rahmen — und die Ausgabe wird deutlich zielgerichteter.

Schreib mir etwas über KI im Betrieb.
Du bist ein erfahrener KI-Berater für kleine österreichische Handwerksbetriebe. Erkläre in 5 Sätzen, welchen konkreten Nutzen KI ihnen heute bringen kann.
2

Format vorgeben

Sagen Sie, wie die Ausgabe aussehen soll — Liste, Tabelle, E-Mail, Zusammenfassung, Stichpunkte, Fließtext. Ohne Vorgabe wählt die KI selbst — und oft nicht das Richtige.

Was sind die wichtigsten KI-Tools?
Erstelle eine Tabelle mit 5 KI-Tools. Spalten: Name, Einsatzgebiet, kostenlos/kostenpflichtig, Datenschutz (EU/nicht-EU).
3

Zielgruppe nennen

Für wen ist der Text gedacht? Ein Kindergartenkind, eine Führungskraft, ein Jurist, eine Handwerksmeisterin — das macht einen gewaltigen Unterschied in Sprache, Komplexität und Beispielen.

Erkläre maschinelles Lernen.
Erkläre maschinelles Lernen für jemanden ohne technisches Vorwissen. Verwende ein Alltagsbeispiel aus dem Supermarkt.
4

Kontext liefern

Was weiß die KI noch nicht, das sie für eine gute Antwort braucht? Kontext ist alles: Ihre Branche, Ihr Ziel, was Sie bereits wissen, was Sie nicht wollen.

Schreib eine E-Mail über unsere Preise.
Schreib eine E-Mail an Bestandskunden eines österreichischen Sanitärbetriebs. Ankündigung einer 8%-Preiserhöhung ab 1. Oktober, bedingt durch Energiekosten. Ton: sachlich, wertschätzend, kein Marketing.
5

Einschränkungen setzen

Was soll die KI nicht tun? Keine Füllsätze, kein Fachjargon, keine Emojis, maximal 3 Absätze, keine Quellen erfinden. Klare Grenzen sind genauso wichtig wie klare Aufgaben.

Schreib mir einen Blogartikel.
Schreib einen Blogartikel, maximal 300 Wörter, keine leeren Phrasen wie „In der heutigen Zeit" oder „Es ist wichtig", keine Aufzählungsliste, direkter Einstieg mit einer konkreten Frage.

Die universelle Prompt-Vorlage

Du bist [Rolle].

Deine Aufgabe: [Was soll passieren?]

Zielgruppe: [Für wen ist das?]

Kontext: [Was muss die KI wissen?]

Format: [Wie soll die Ausgabe aussehen?]

Einschränkungen: [Was soll die KI nicht tun?]

Was noch hilft

  • Nachfragen: Wenn die Antwort nicht passt, nicht neu starten — nachfragen. „Mach das kürzer", „Weniger formell", „Füg ein Beispiel ein."
  • Iterieren: Der erste Prompt ist selten der beste. Gute Ergebnisse entstehen im Dialog.
  • Prompt speichern: Was einmal gut funktioniert hat, aufschreiben. Vorlagen sparen Zeit.
  • KI-Output immer prüfen: KI kann überzeugend klingen und falsch liegen. Eigene Einschätzung bleibt unersetzlich.
Prompting-Training für Ihr Team →
Gerald Badegruber
Gerald Badegruber
Zertifizierter KI-Beauftragter · KI-Training & verständliches Wissen
Mehr über Gerald →