DSGVO & KI · Praxiswissen

Was darf ich in ChatGPT eingeben?

Kundendaten, Mitarbeiterdaten, Verträge, Bewerbungen — was ist erlaubt, was ist riskant, und was ist schlicht verboten? Die wichtigsten DSGVO-Regeln für den KI-Alltag.

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Datenschutz August 2026 ca. 5 Min. Lesezeit

ChatGPT ist im Betrieb angekommen. Aber kaum jemand weiß genau, was man wirklich eingeben darf. Die Frage ist berechtigt — denn was technisch möglich ist, ist nicht immer rechtlich erlaubt.

Hier ist das Wichtigste, kompakt und verständlich.

Die Ampel: Grün, Gelb, Rot

Grün – erlaubt
  • Allgemeine Texte verfassen
  • Übersetzungen (ohne Namen)
  • Ideen brainstormen
  • Anonymisierte Beispiele
  • Eigene Inhalte verbessern
  • Recherchen zu allgemeinen Themen
Gelb – mit Vorsicht
  • Firmeninterne Infos (anonymisiert)
  • Muster-E-Mails mit Platzhaltern
  • Strategien (ohne vertrauliche Details)
  • Branchenfragen (ohne Einzelfälle)
Rot – verboten/riskant
  • Namen + Kontaktdaten von Kunden
  • Bewerbungsunterlagen mit Namen
  • Mitarbeiterdaten jeglicher Art
  • Verträge mit echten Parteinamen
  • Patientendaten, Gesundheitsinfos
  • Bankdaten, Zahlungsinformationen

Warum das so wichtig ist

ChatGPT und andere KI-Dienste sind Dienste von Drittanbietern — in der Regel US-Unternehmen. Wenn Sie personenbezogene Daten eingeben, übermitteln Sie diese an einen Dritten. Das ist nach DSGVO eine Datenübermittlung, die eine Rechtsgrundlage braucht.

Meist fehlt diese Grundlage. Betroffene Personen (Kunden, Mitarbeiter) haben nicht eingewilligt, dass ihre Daten an OpenAI, Anthropic oder Google weitergegeben werden.

„Eine E-Mail mit dem vollständigen Namen und der Telefonnummer eines Kunden in ChatGPT einzugeben ist keine Kleinigkeit — es ist eine DSGVO-Verletzung."
Praxisbeispiel: E-Mail schreiben

Falsch: „Schreib eine Antwort-E-Mail an Maria Muster, Kundin bei uns seit 2019, wegen ihrer Beschwerde über Bestellung Nr. 47821."

Richtig: „Schreib eine höfliche Antwort-E-Mail an eine langjährige Kundin wegen einer Beschwerde über eine verzögerte Lieferung." — Dann die Namen und Details selbst einfügen.

Was mit meinen Eingaben passiert

ChatGPT (OpenAI): Standardmäßig werden Chats zur Modellverbesserung genutzt. Das lässt sich in den Einstellungen deaktivieren. Wer die API (kostenpflichtig) nutzt, hat bessere Datenschutzgarantien.

Microsoft Copilot (Enterprise): Hier gelten bessere Datenschutzbedingungen — Daten werden nicht für Training genutzt. Für Betriebe im Microsoft-Ökosystem oft die bessere Wahl.

Claude (Anthropic): Laut Datenschutzrichtlinie werden Eingaben nicht standardmäßig für Training verwendet. Enterprise-Version mit besseren Garantien verfügbar.

5 Regeln für den sicheren KI-Einsatz im Betrieb

  • Anonymisieren vor dem Eingeben: Namen, Nummern, Adressen ersetzen Sie durch Platzhalter (Kundin A, Herr X) — erst nach der KI-Ausgabe wieder einsetzen.
  • Training-Nutzung deaktivieren: In den Kontoeinstellungen des jeweiligen Anbieters prüfen und deaktivieren.
  • Enterprise-Angebote nutzen: Viele Anbieter haben Geschäftsversionen mit stärkeren Datenschutzgarantien.
  • Mitarbeiter schulen: Ohne Schulung wird aus guter Absicht eine DSGVO-Verletzung.
  • Interne Richtlinie erstellen: Was ist erlaubt? Was nicht? Eine klare Liste vermeidet Graubereiche.
Hinweis: Dieser Beitrag ist ein allgemeiner Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Betriebliche Datenschutzfragen sollten mit einem Datenschutzbeauftragten oder Rechtsanwalt geklärt werden.
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Gerald Badegruber
Gerald Badegruber
Zertifizierter KI-Beauftragter · KI-Training & verständliches Wissen
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